Aikido und Bewegung e.V. Freiburg

Die wirksame Kampfkunst

Aikido auf dem Weg durch die Prüfungen im Aikikai Deutschland 

 Anregungen, Gedanken, Meinungen


Das Aikido im Aikikai Deutschland wurde von Meister Asai nach Deutschland gebracht und von ihm ausgeformt. In den Sechziger Jahren kam Meister Asai mit dreiundzwanzig Jahren, zehn Jahren Aikidoerfahrung und dem 4. Dan nach Deutschland. Er hat sein Aikido im Honbu Dojo direkt vom Aikidogründer Ueshiba Morihei und anderen Aikidomeistern erlernt. In den Bewegungen von Meister Asai drücken sich die Prinzipien, die eigene Mitte halten und die Energie nach außen zu schicken in Perfektion aus. Das Aikido wird in einer Form gelehrt, die der Tradition einer Kampfkunst entspricht. Besonderer Wert wird darauf gelegt, dass der Gedanke der Harmonie, welche den Techniken zugrunde gelegt ist,  auch zwischen den Übenden gewahrt wird. Meister Asai entwickelte in Deutschland bald eine eigene Prüfungsordnung. Diese unterscheidet sich von der des Honbu Dojos in einer Reihe von Punkten. Insbesondere dadurch, das viele Techniken mit großen Drehbewegungen gemacht werden. Dies ist sicher auch auf den Einfluss des verstorbenen Gründers des „Kinomichi“ Meister Noro zurückzuführen.


Infos für Übende

Das Genie des Gründers des Aikido, Ueshiba Morihei, kann in allen Techniken gefunden werden. Sie sind jede für sich harmonisch und wirksam und können angenehm ausgeführt werden. In jeder einzelnen Technik drückt sich die Essenz des Aikido aus. Wer also regelmäßig übt kann allein im Training alles finden was Aikido ausmacht. Nach jedem Aikidotraining sollte sich die übende Person besser als vor dem Training fühlen. Wer also Aikido richtig kennenlernen will, hilft sich mit der Entscheidung, die Trainingstermine genau so ernst wie die Schule, die Ausbildung oder den Beruf, zu nehmen. Der Begriff Do, meist mit Weg übersetzt, ist hierbei hilfreich. Es gibt hierzu eine Metapher, so wie ein Vogelei regelmäßige Wärme braucht um zu wachsen und gesund zu bleiben, so ist das regelmäßige Üben für den Aikidoka wesentlich, um in seiner Entwicklung voran zu kommen.Wenn nach dem Training die eigene Stimmung besser, der Geist ruhiger und der Körper ausgelastet ist, hat es sich gelohnt. Wie bei jedem Lernen, und der Aikidoka lernt sein Leben lang, wird es Phasen des Frustes geben. Der Großteil des Frustes findet im Kopf statt und stammt nicht aus dem Training. Es hilft diszipliniert zu den Trainingsterminen zu gehen, die man selbst gewählt hat, dies unabhängig von Stimmungen und Launen. Aikido ist nicht allein seligmachend und fast jeder Übende begegnet im Laufe der Jahre auf der Matte sich und seinen Schattenfiguren. Daher braucht der Aikidoka eine halbwegs gesunde Persönlichkeitsstruktur. Aikido ist kein Ersatz oder Ergänzung einer Psychotherapie, sondern ein Weg, der um seiner selbst willen, beschritten wird. Dies ist wie einen Berg zu besteigen, teils mühsam, immer wieder aufregend, manchmal scheint die Sonne, manchmal regnet es. Aber das Bergsteigen wird um seiner selbst willen betrieben und bringt aus sich selbst Freude. Sonst lohnt es nicht.

Doch es gibt auch körperliche und in einem Selbst liegende Gründe aufzuhören. Wer länger übt, dem ist geraten erst einmal einfach weiter zu üben und nach der nächsten Kyu oder Dan Prüfung eine Pause zu machen, um die Stimmigkeit des Weiterschreitens gründlich zu überprüfen. Wenn Üben, dann mit ganzem Herzen üben oder weitergehen. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass ich während meines Studiums der Tiermedizin, in allen Prüfungsperioden, in meinem Beruf, in Zeiten weiterer Ausbildungen, während meiner Praxisgründung und Führung, immer regelmäßig trainiert habe. Dies hat mich insbesondere in jüngeren Jahren sehr unterstützt, in meinem Leben Neues auszuprobieren und eigene Wege zu gehen.


Für Beginner

Anfänger schauen am besten auf die Beine, wenn die Techniken gezeigt werden. Die Hände sind leicht zu korrigieren, die Fußstellungen nicht. Als Anfänger ist die Herausforderung immer den Kontakt und die Aufmerksamkeit als Uke zum Tori zu halten und sich dabei zu bewegen. Aber bitte nicht schneller als man zu Boden geführt werden will. In den ersten Monaten reicht es, sich einfach mitzubewegen. Nur die Schrittfolgen und wie zu Boden gegangen wird sind zu lernen. Jeder hat so angefangen.

Es wird vorausgesetzt, dass die Prüfungstechniken bekannt sind.


Der 5.Kyu

Hier sind nur 4 Bewegungsabläufe zu lernen.

Nur zwei Schrittfolgen, aus ai - hanmi. 1. Form

Bei den Bewegungen hinter den Partner: irimi-tenkan-kaiten. Es ist hilfreich diese Schrittfolge für sich ohne Technik zu üben.

Bei iriminage und kotegaeshi dreht der Tori den Daumen nach außen.

Bei iriminage wird der Kopf bis an die Schulter geführt und erst dann wird die Hand wieder entfernt, wenn am Ende der Bewegung der Uke aus dem Gleichgewicht gebracht ist und die Schwerkraft wirkt.

Bei kotegaeshi hilft es, sich gleich mit der Hand, so den Unterarm zu greifen, dass die Unterseite des Unterarmes des Uke leicht nach oben gedreht wird. So ist der Uke schon etwas aus der Mitte, bevor der eigentliche Handgelenkhebel ausgeführt wird.

Bei shihonage ura geht der Daumen über den Bereich Handgelenk/Unterarm wieder mit einer leichten Drehbewegung, die die Innenseite des Unterarms des Uke ein wenig nach oben bringt und den ganzen Arm leicht nach unten. In einer natürlichen Reaktion will der Uke sich und den Arm wieder aufrichten. Diese Bewegung des aufrichtens kann aufgenommen werden um während der kaiten - Bewegung die Hand des Partners vor dem eigenen Kopf, hinter der Rückseite des Partners zu führen. Am Ende der Bewegung wird dann mit dem Arm des Uke, wie mit einem Schwert nach unten geschnitten. Die Haltung ist dabei das Gegenteil des Holzhackens, nicht breitbeinig stehen und sich bücken, sondern aufrecht und Schritt breit.

Bei der Bewegung shihonage omote, vor dem Partner, wird tenkan- irimi- kaiten bewegt. Die Aufmerksamkeit ist nach außen gerichtet, so dass der gegriffene Arm vor der eigenen Mittellinie bleibt, sowohl beim Heben, als auch beim Schneiden. Von Außen betrachtet, bewegt sich der Arm in Teilkreisen, für den Tori aber immer im Bereich der Mittellinie vor den Körper. Beim irimi-Schritt ist es wichtig, den eigenen vorderen Fuß nahe an den hinteren Fuß des Uke zu bringen. Dabei darf sich die Hüfte schon ein gutes Stück in Richtung der kaiten - Bewegung drehen. Bitte die Notizen im Kapitel 4. Kyu zu ikkyo omote lesen, für ein besseres Verständnis der Bewegungsidee.


4. Kyu

Die Anforderungen steigen

Zuerst nochmals zu den Schritten.:

Einfacher Schritt vorwärts, irimi genannt.

Einfacher Schritt rückwärts tsugiashi, Gleitschritt vorwärts oder rückwärts.

Hier gibt es zwei Ausführungsformen, die häufiger genutzte, ist vorderes Bein vor und hinteres Bein nachziehen. Auch möglich, hinteres Bein anziehen und dann vorderes Bein vor. Nachteil hier, die Reichweite ist durch den vorhandenen Beinabstand begrenzt.

Bei diesen beiden grundlegenden Schrittformen können mit einem Schritt leicht zwei Normalschrittlängen überwunden werden. Doch um die Bewegung stabil zu halten, ist es nötig, das hintere Bein sofort wieder auf eine Schrittlänge nachzuziehen.

Insbesondere bei der Schrittkombination irimi-tenkan kommt es sonst dazu, dass der Tori lange instabil während der Drehung auf einem Bein steht.

Tenkan, die Hüfte dreht um 180 Grad (kaiten) und das ehemals hintere Bein wird wieder nach hinten geführt. Gut ausgeführt, berühren sich bei Männern die Waden leicht, bei Frauen die Hosenbeine des Gi.

Die Hüftdrehung um 180 Grad wird kaiten genannt. Die Ferse hebt sich nur sehr wenig vom Boden. Meister Tada sagt, dass während der Drehung der Großzehenballen in den Boden schneidet, wie wenn mit dem Messer eine Unkrautwurzel aus der Gartenerde entfernt wird.

Die Kombination von irimi und tenkan findet sich in vielen Aikidobewegungen wieder.

Alle diese Schritte und ihre Kombinationen lassen sich gut üben:

Einen Bokken in beiden Händen (oder als besondere Herausforderung ein dreiviertel volles hohes Glas Wasser in beiden Händen, diese übereinander). Vor dem Schritt und oder der Schrittfolge den Bokken heben, erst mit dem Aufsetzen des Fußes am Ende der Bewegung nach unten schneiden. Am Anfang sehr langsam üben, bis sich durch Wiederholung ein Gefühl von Sicherheit einstellt.

Bitte nicht zum 4. Kyu anmelden, wenn die Schrittfolgen nicht sicher sitzen.

Kaum ein Prüfling bewegt sich in der Prüfung so gut wie im Normaltraining, insbesondere wenn der eigene Trainer nicht der Prüfer ist.

Wer im Aikikai Deutschland Prüfungen abnehmen darf, übt in der Regel länger als ein dutzend Jahre Aikido. Der Anfänger darf ihr oder ihm schon glauben. Auch sollte er dem Trainer nicht mit drängeln auf eine Prüfungszulassung auf die Nerven gehen. Dies ist oft ein Hinweis darauf, dass die nötige Gelassenheit noch nicht gut genug entwickelt ist. Wer sich den anderen Mitübenden gegenüber zurückgesetzt fühlt, bitte nicht hinten herum schimpfen, sondern unter vier Augen das Gespräch suchen.

Drei neue Techniken kommen hinzu, ein Haltegriff ikkyo in omote und ura. Omote vor dem Partner ausgeführt, ura hinter dem Partner ausgeführt. Dies in erster und zweiter Form.

Zwei Würfe aus zweiter Form, uchi kaitennage und tenchinage

Zur ersten Form kommt die zweite Form gyaku hanmi. Bis einschließlich 1. Kyu finden alle Techniken aus diesen beiden Fußstellungen der Partner zu einander statt. Ai hanmi punktgespiegelt, gyaku hanmi achsengespiegelt.

Für den Anwärter auf den 4. Kyu ist es wichtig sich für alle Techniken die Schrittfolgen klar zu machen.

In der ersten Form ikkyo omote wird direkt tenkan gedreht. Der aufmerksame Uke sieht hier oft den Rücken des Tori zu sich gedreht. Die freie Hand kann in den Rücken oder die Seite schlagen.

Mit diesem Gedanken kann viel Zeit verschwendet werden. Es handelt sich um Übungsformen. Wenn der Uke seine Aufmerksamkeit darauf richtet, dass er über die gegriffene Hand einen Kontakt zur Mitte des Tori herstellt und so die Bewegungsenergie für diese Angriffsform liefert, dann kann der Tori auch lernen, diese Technik sauber auszuführen. Also mit der zum Ellenbogen gehenden Hand hinter den Kopf des Uke schneiden. Bei der Bewegung nach unten wird der Arm mit der Hand am Ellenbogen immer etwas schneller bewegt, als der Arm mit der Hand am Handgelenk. Sonst wird der Ellenbogen gestreckt und aus dem Schneiden wird ein Ziehen und nur der gute Wille des Uke erlaubt die weitere Bewegung.

Aikido würde in der chinesischen Einteilung der Kampfkünste im Wesentlichen zu den äußeren Kampfkünsten gehören. Doch Aikidoka, die in der Rolle des Uke, außer an der Form, daran arbeiten einen Kontakt zum Tori herzustellen, bei dem die Aufmerksamkeit zur Mitte des Tori gerichtet ist, entwickeln schnell ein gutes Empfinden für wirksame Bewegungen. Dies führt im Laufe der Jahre zu gewaltfreien und wirkungsvollen ausgeführten Techniken. Im Aikikai Deutschland wird gut die Mitte gehalten und die Energie nach außen geschickt. 

Eine Vertiefung der Techniken wird von Anfang an erreicht, wenn die Bücher von Meister Tohei „Ki Aikido“ und „Ki im Alltag“ studiert werden. 

Sowie die 4 Prinzipien: Mitte halten, Aufmerksamkeit nach außen schicken, gelöste Muskelspannung und die Empfindung der Schwere, geübt und angewandt werden. Damit erst im Dan-Bereich anzufangen ist sehr spät. Wie beim Erlernen von Aikidotechniken braucht es hier Geduld und viele Wiederholungen.

Egal ob ich den Bokken ergreife, oder Arm des Partners, der Griff ist sehr fest zwischen Daumen und kleinem Finger, fest mit dem Ringfinger, vorhanden mit dem Mittelfinger, gelöst mit dem Zeigefinger. Wer dies berücksichtigt, vermeidet unter anderem, dass sich die Schultermuskulatur schließt und unter Spannung leidet. Nur gelöste Muskeln lassen die Aufmerksamkeit leicht von der Mitte nach außen gerichtet sein. Nur gelöste Muskeln erlauben leichte Richtungswechsel in der Bewegung und sensiblen Kontakt zum Übungspartner.

In der zweiten Form ikkyo ura kann ein gelöstes nach außen schicken des gegriffenen Armes und Schwere des nach unten schneidenden Armes, gut gleichzeitig geübt werden. Vorher den vorderen Fuß halb schulterbreit zur Seite und den hinteren Fuß dorthin wechseln, wo vorher der vordere Fuß stand. Dabei einen atemi zum Gesicht des Partners ausführen. Die Wirkung des atemi lässt sich verstärken, wenn die Aufmerksamkeit beim Stoß durch den Kopf des Partners geschickt wird. Dieser wird dennoch nicht berührt.

Wenn ich jetzt in einen tiefen Stand gehe, ist es wichtig, dass die Wirbelsäule nicht im Lendenwirbelbereich zwischen den Beinen mittig nach vorn und unten abknickt, sondern gerade bleibt. Das Becken bewegt sich zwischen den Beinen und kann dabei auch gekippt werden, so dass der Oberkörper nach vorn zum vorderen Bein kommt, dabei aber in einer Linie mit den Beinen ist. Auch hierbei die Schulter nicht über das Knie kommen lassen. Zu starkes Beugen nach vorn bringt Instabilität und vor einer weiteren Bewegung muss der Oberkörper erst wieder aufgerichtet werden.

Bei kaitennage und tenchinage ist es beim tsugiashi Schritt hilfreich den Punkt zu spüren, an dem der Uke anfängt sein Gleichgewicht zur Seite zu verlieren. Der beste Freund des Aikidoka ist die Schwerkraft. Insbesondere ein guter tenchinage zeigt dies. Wird der tsugiashi groß ausgeführt, ist der Partner zur Seite und nach hinten destabilisiert. Wichtig ist das hintere Bein beim tsugiashi nachzuziehen. Dabei geht der freie Arm in einer lang gezogenen Spirale am äußeren Revers des Gi nach oben und während der irimi Schritt hinter die Mitte des Uke erfolgt, wird der schon entwurzelte Uke sanft mit dem freien Arm nach unten geführt.

Beim kaitennage nach dem tsugiaschi einen geraden irimi Schritt machen und den Arm heben. Jetzt erst den kaiten mit dem Arm vor der eigenen Mittellinie ausführen.

Der 3. Kyu

Die Techniken sollen sitzen und sauber ausgeführt werden.

Alle Techniken brauchen es, dass die Angriffslinie frei gegeben wird, also das hintere Bein nicht nur nachziehen, sondern auch aus der Angriffslinie nehmen.

Bei den verschiedenen kaitennage Techniken aus 2. Form die Angriffslinie frei machen und die verschiedenen kaiten Drehungen groß ausführen und die eigenen Arme so weit möglich in der ganzen Bewegung vor dem Körper halten. Am tiefsten Punkt des Schneidens sofort den Nacken des Partners fixieren, so dass dieser sich nicht wieder aufrichten kann.

Bei 3. Form kotegaeshi senken fast alle Uke den Arm, der im Kontakt zum Partner ist, schon mit der tenkan Bewegung. Ist der Arm aber schon in der Drehung unten, hat der Uke Oberhand. Er greift um das Handgelenk und schneidet mit der Hand an der Schulter nach unten. Der Tori wird in den Boden gerammt. Meister Asai hat einmal erklärt, dass O Sensei Ueshiba gezeigt hat, dass der Arm, der Kontakt zum Partner hält, so gehalten wird als ob er den Mond umarmt. Dadurch bleibt die Hand vor der eigenen Mittellinie und über der Höhe der eigenen Stirn. So muss der Uke folgen, wenn er nicht durch eine gegenläufige Drehung einen Atemi riskieren will und hat dabei keine Möglichkeit den Arm zu fixieren. Bei genauer Betrachtung liegt noch eine andere Herausforderung vor. Die Aufmerksamkeit ist erst zum Uke gerichtet. Mit Beginn der Drehung folgt sie unbewusst dem Drehimpuls, also vom Uke weg. Der Kontakt wird schwach. Um dies zu ändern hilft folgende Trockenübung, gefunden bei einem Schüler von Meister Tohei. Rechtes Bein vorn, rechte Hand neben der Stirn mit den Fingern nach vorn. Jetzt mit dem rechten Bein einen Schritt zurück. Die Hand bleibt an ihrer Stelle in der Luft stehen. Dann wieder einen Schritt nach vorne, so dass die Hand wieder neben der Stirn ist. Dies mehrmals wiederholen, danach spiegelbildlich mit links wiederholen. Die Aufmerksamkeit wird so geschult, sowohl dem Körper im Bewegungsimpuls zu folgen als auch gleichzeitig, die Aufmerksamkeit nach vorne zu schicken. Es fällt danach leichter in der tenkan Bewegung den Kontakt zum Uke stabil zu halten. Bei dritter Form kotegaeshi senkrecht tief nach unten schneiden, ohne sich dabei zwischen den Beinen vor zu beugen, dann das hintere Bein nach hinten setzen und die Hüfte drehen und mit den Händen unter Hüfthöhe bleiben. Es ist dies gut ohne Partner zu üben.

3. Form shihonage. Am Ende der tenkan Drehung auf das hintere Knie gehen, dieses Bein stabil auf dem Boden halten, die Hüfte nach außen drehen, das vordere Bein dabei nach außen setzen. Jetzt mit dem Kopf unter des Achsel des Uke hindurch und das hintere Bein nahe am hinteren Bein des Uke aufsetzen. Aufrichten und die kaiten Bewegung beenden

Nikyo. Fast niemand mag als Anfänger diesen Hebel. Aber stabile Handgelenke sind wichtig im Aikido. Nicht nur bei den Handhebeln, die so wirksam sind, dass sie bei Wettkämpfen im Judo alle verboten sind. Sondern auch um vertrauensvoll kotegaeshi fallen zu lernen. Als zarter und schlanker Aikidoka Anfang Zwanzig tat ich einiges um stabile Handgelenke zu bekommen, Handgelenkgymnastik an Bushaltestellen, Liegestütze auf den Handrücken. Eine Tortur mit etwas Nutzen. Ich habe mir in der Zeit auch zweimal die Außenbänder am Fuß abgerissen und weiter trainiert. Um den Fuß wieder beweglich zu bekommen, habe ich Lockerungsübungen aus dem Tai Chi erst auf der gesunden Seite, dann auf der beschädigten Seite gemacht und war recht schnell wieder fit. Schneller als bei den damals noch üblichen Operationen. Da kam mir die Idee dies auch mit den Handgelenken zu machen und so haben einige Aikidoka folgende Anregung erfolgreich für sich umgesetzt.

Für sechs Wochen, drei mal täglich mit jedem Handgelenk eine Minute nachfolgende Übung ausführen. Einen Arm locker nach vorn. Das Handgelenk nach unten beugen, bis ein leichter Zug über das Gelenk zu spüren ist. Diesen leichten Zug (auch Druck) weiter spüren, während die Hand einmal mit und dann einmal gegen den Uhrzeigersinn kreist. Mehrmals wiederholen. Das Spüren ist wichtiger, als das perfekte Drehen. Dies mit dem anderen Arm wiederholen. Ich habe mir so recht gute Handgelenke erarbeitet, die erst jetzt mit zunehmendem Alter wieder pflegsam behandelt werden wollen. Nach den sechs Wochen üben ist es gut, eine Pause von mindestens drei Monaten zu machen. 

Bei nikyo gilt insbesondere für Aikidoka, die ihre Hände im Beruf strapazieren: gut runtergehen, schnell abklopfen, bei unangenehmen Schmerzen klar kommunizieren, keinen falschen Ehrgeiz zeigen. Gefährlich ist es, die gehebelte Hand wegziehen zu wollen. Der Schmerz kommt unkalkulierbar, denn das Handgelenk wird auseinander gezerrt. Lieber bewusst die Aufmerksamkeit vom Handrücken in den Tori schicken und früher abklopfen, die ungeübten oder zarten Gelenke danken es.

Bei allen nikyo ura Bewegungen hilft es, den Wechsel von ikkyo zu nikyo langsam zu üben. Dabei mit einem kurzen tsugiashi näher an den Uke gehen, soweit, dass er zu seiner Rückseite etwas instabil ist. Dann die Hand entweder über den Daumen oder die Handfläche in den nikyo drehen. Nicht die Hand wegnehmen und neu greifen, ein aufmerksamer Uke winkelt sonst den Ellbogen an und steht auf. Dann mit der freien Hand weit um den unteren Unterarm des Ukes umgreifen und diesen erst dann kontrolliert etwas hochkommen lassen. Sich jetzt mit dem Uke auf einer Linie ausrichten. Nicht mit der haltenden Hand bis in die Beuge des Handgelenkes des Uke rutschen, der Hebel wirkt weniger. Meister Asai hat seine haltende Hand oft etwa eine knappe Handbreit nach außen vor der Mittellinie am Brustkorb. Ich setze lieber von der Seite direkt am großen Brustmuskel an, denn dann kann dieser als Gegenlager dienen und ich brauche weniger Kraft. Auch bin ich in der Schulter freier zum Bewegen. Wird lange Zeit nikyo geübt, einmal betonter mit dem Handgelenk des Uke Richtung seiner Mitte schneiden, dann einmal betonter mit dem Ellenbogen des Uke vor die eigene Mitte schneiden. Bis gespürt wird, wie die Bewegungsteile einzeln funktionieren, dann wieder beides gleichwertig.


Der 2. Kyu

Jetzt soll sichtbar sein, dass die Techniken funktionieren und im Fluss sind.

Meister Asai hat früher immer darauf hingewiesen, dass die Prüfungstechniken nicht abgerufen werden, sondern präsent sein müssen. Zitat: “Wenn sie mitten in der Nacht wachgerüttelt werden und jemand 4. Form nikyo ura verlangt müssen Sie sofort bewegen können, ohne erst nachzudenken”. Dabei hilft es sehr, regelmäßig die Eingänge aller Prüfungsformen gedanklich durchzugehen.

4. Form munedori und 5. Form shomen kommen hinzu sowie sankyo als dritter Haltegriff und verschiedene Wurftechniken werden gefordert.

Bei 4. Form sankyo ura beim tsugiashi Schritt darauf achten, einen recht tiefen Stand einzunehmen und dabei den schneidenden Arm schwer sein zu lassen. Auch der vordere Fuß ist vor dem Fuß des Uke, so dass er bei der tenkan Bewegung den Uke nicht blockiert. So ist dieser auch leichter unten zu halten. Nach dem irimi unbedingt den Arm des Uke soweit hinter seinen Rücken schicken, damit er etwas instabil ist. Jetzt vom Ellenbogen sankyo zur Hand greifen und diese etwas eindrehen, während die andere Hand den Ellenbogen nach unten schneidet, dorthin wo grade noch der eigene vordere Fuß stand. Wenn die eigenen Füße, die Schulter des Ukes und sein Ohr etwa auf einer Linie sind ist ein guter Winkel vorhanden, um die Hand des Ukes mit der Handfläche auf dem eigenen Knie in Richtung Ohr des Uke zu bewegen, indem das Knie nach vorn geschoben wird.

Bei sankyo omote darauf achten beim Heruntergehen auf das Knie, mit dem Bein nahe am Kopf zuerst runterzugehen.

Die Eingänge in der vierten und fünften Form verlangen ein gutes Timing und den richtigen Abstand. Beim Üben ist es hilfreich anstelle immer schneller zu bewegen, die Aufmerksamkeit darauf zu richten, zeitiger zu bewegen. Von außen betrachtet ist oft zu sehen, dass die Eingänge in einem zu spitzen Winkel sind, der eigene Körper also die Angriffslinie nicht genügend frei gibt. Daher langsamer üben, um diesen Fehler erst einmal zu bemerken. Wenn der Fehler wahrgenommen wird, ist er schon geschehen. Er muss also vorher, und das geht erst in der nächsten Bewegung, beseitigt werden. 

Dies gilt für jeden wahrgenommenen Fehler, er ist schon geschehen und kann erst in der nächsten Bewegung ausgemerzt werden.

Zwei Ursachen sind häufig. Die Aufmerksamkeit ist schon während des Eintretens bei der Technik, sie fällt also nach vorn. Zweitens die Bewegung startet zu spät. Daher ist es für viele hilfreich, erst einmal langsam nur die Eingänge zu üben und die Bewegung früh zu starten. Dabei kann auch gut geübt werden, das hintere Bein nachzuziehen und dabei aus der Angriffslinie zu bringen. Mir und vielen anderen fällt es schwer die Mitte über die ganze Zeit der Bewegung zu halten. Die Aufmerksamkeit hat eine starke Tendenz zum Uke und/oder zur Technik zu wandern. Hier hilft es vor dem Beginn der Bewegung die Aufmerksamkeit hinter dem eigenen Körper zu haben (des Raumes hinter mir bewusst zu sein). Dies dann gegebenenfalls in der Bewegung wiederholen. Dies häufig geübt, führt auch dazu größer zu bewegen und mehr Raum in der Bewegung zu haben. Bei den verschiedenen Eingängen ob irimi, tsugiashi und tenkan am Ende der Eingangsbewegung einen guten und sicheren Stand haben. Von diesem Punkt aus gedanklich die verschiedenen Techniken durchgehen und darauf achten, wo die feinen Unterschiede sind. Muss ich zum Beispiel bei shomen mit irimi hinter den Partner, muss ich bei iriminage etwas weiter nach hinten kommen, als bei kotegaeshi und etwas kürzer, will ich soto kaitennage machen. Grundsätzlich hilft es immer, die Techniken neu zu erfahren in dem variiert wird. Zum Beispiel iriminage nur mit der Hand im Nacken werfen, tenchinage nur mit der Schulter in den Partner schneiden und den freien Arm unten lassen.

Wenn verschiedene Techniken aus der 4. Form gefordert werden, mindestens 4 Varianten abrufbereit haben und diese in einer klaren Reihenfolge zeigen. Wenn möglich je zwei omote und zwei ura Eingänge. Dann noch zwei bis vier weitere Variationen abrufbereit, das sollte reichen.

Hilfreich ist es, den Gedanken sich verteidigen zu müssen, ganz fallen zu lassen. Dafür die Bewegung des physischen Körpers vom Uke zu akzeptieren und sich ganz auf die geschenkte Bewegungsenergie einzulassen. Jetzt diese Bewegungsenergie sanft in die Technik führen.

Beispiel Nr 1 - Shomen ikkyo omote

Den Uke als Körper wahrnehmen, der bewegt werden muss. Den Arm bewusst aufwärts schneiden während des tsugiashi, mit der Hand am Ellenbogen hinter das Ohr des Partners schneiden und dann den Ellenbogen schneller als die Hand Richtung Boden schneiden, dies über mehrere Bewegungen wiederholen.

Beispiel Nr. 2

Sich danach auf den Bewegungsimpuls des sich hebenden Armes vom Tori einlassen und diesen Impuls nach oben mit dem eigenen Arm verstärken. Sobald der Ellenbogen des Partners mit der hinteren Hand berührt wird, die Aufmerksamkeit durch den Arm hinter den Partner schicken. Dann den Ellenbogen nach unten schneiden. Mehrmals wiederholen. Diese innere Haltung verändert deutlich wie Uke und Tori die Bewegung erfahren.

Atemkrafttechniken: Bitte mindestens 6 verschiedene gut einüben. Wer die Eingangsschritte langsam einübt bekommt leichter Aufmerksamkeit und Atem vereint.


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